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Das KZ Dachau nördlich der bayrischen Landeshauptstadt München ist von Südtirol nicht weit entfernt. Zudem ist dieses Arbeitslager das am längsten geführte Konzentrationslager, nämlich vom 22. März 1933 bis zum 29. April 1945. An diesem Tag vor 73 Jahren wurde das Konzentrationslager von zwei US-amerikanischen Truppen befreit. Das Konzentrationslager in Dachau war das erste seiner Art und diente somit als Musterbeispiel für alle weiteren Lager, welche im Dritten Reich errichtet wurden. Grund genug, dass alle fünften Klassen unserer Schule diesen Ort besuchen sollten. Immerhin handelt es sich um einen Ort, wo unzählige unschuldige Menschen, darunter auch Südtiroler, dem Leid und der Angst unterworfen waren.

Beim Betreten des ehemaligen Konzentrationslagers sind auf dem Eingangstor die weltbekannten Worte „ARBEIT MACHT FREI“ zu lesen. Das sollte denen, die hergebracht werden, eine falsche Botschaft überbringen. Spätestens beim Appell auf dem Versammlungsplatz wurde die Hoffnung der Inhaftierten im Keim erstickt. Die erhaltenen Dokumente und Fotos in Kombination mit dem Ort selbst sind genug, um sich ein Bild vom Grauen, das sich dort abgespielt hat, machen zu können.

Die Besichtigung des Lagers bot uns Schülern und Schülerinnen einen Einblick in den Alltag und in die Grausamkeit, welche während der NS-Zeit herrschten. Der Rundgang und die Besichtigung der verschiedenen Räume waren sehr aufschlussreich und bewegten zum Mitfühlen. Trotz des herrlichen Frühlingswetters und der angenehmen Temperaturen war uns stets bewusst, dass die kalten und entbehrungsreichen Winter für die Insassen die reinste Qual gewesen sein mussten. Der Bau einer Gaskammer wurde zwar vor Kriegsende noch beendet, die Gaskammer selbst jedoch nie in Betrieb gesetzt.

Mit Sicherheit war es für alle Teilnehmer und Teilnehmrinnen an der Klassenfahrt sehr lehrreich, einen solchen Ort zu sehen, um eine Vorstellung von den Entbehrungen und dem Leid unschuldiger Menschen zu bekommen. Gleichzeitig erkannte man die Rohheit und Brutalität des NS-Regimes. „DEN TOTEN ZUR EHR DEN LEBENDEN ZUR MAHNUNG“. Das ist die Botschaft auf der Erinnerungsstatue von Fritz Koelle neben der Gaskammer, die bei uns hängen geblieben ist. Wir müssen das Vergangene in Erinnerung behalten, und wir müssen dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholt.